Gasthörer #29: Natürlich gesund? – Pharmazeutische Biologie mit Prof. Dr. Jörg Heilmann
Shownotes
Pflanzen sind weit mehr als Naturkulisse oder Hausmittel. Viele moderne Medikamente haben ihren Ursprung in Stoffen, die Pflanzen, Pilze oder Mikroorganismen im Laufe der Evolution entwickelt haben. In dieser Folge des „Gasthörer“ gibt Professor Dr. Jörg Heilmann Einblicke in die pharmazeutische Biologie, aktuelle Naturstoffforschung und die Frage, wie aus traditionellem Wissen neue Therapien entstehen können. Eine Entdeckungsreise vom Studio übers Labor bis in den Botanischen Garten – und durch ein Forschungsfeld, das Natur, Kultur und Medizin miteinander verbindet.
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00:00:03: Wenn wir krank sind, greifen die meisten von uns ganz selbstverständlich zu Medikamenten.
00:00:08: Eine Tablette gegen Kopfschmerzen und Hustensaft bei einer Erkältung vielleicht eine Salbe gegen Entzündungen Aber habt ihr euch schon mal gefragt wo die Wirkstoffe in diesen Medikamente eigentlich herkommen?
00:00:19: Viele stammen heute aus hochmodernen Laboren.
00:00:22: Andere haben ihren Ursprung in Pflanzen, Pilzen oder Mikroorganismen – also in der Natur.
00:00:28: Und manchmal beginnt die Geschichte eines Medikaments mit nur Beobachtungen, die Menschen schon vor Jahrhunderten gemacht haben.
00:00:34: Diese Pflanze scheint zu helfen!
00:00:36: Aber stimmt das wirklich?
00:00:37: Und finde ja
00:00:38: warum?!
00:00:39: Genau an dieser Schnittstelle zwischen Natur und moderner Arzneimittelforschung bewegt sich die pharmazeutische Biologie.
00:00:46: Ein Fachgebiet, von dem viele schon mal gehört haben mit dem aber wahrscheinlich die wenigsten von uns sofort was Konkretes anfangen können oder?
00:00:54: Das ändern wir heute – und zwar zusammen mit Professor Dr.
00:00:57: Jörg Heilmann!
00:00:59: Er hat den Lehrstuhl für Pharmazeutliche Biologie bei uns in der Uni Regensburg inne und kann da also perfekt Licht für uns ins Dunkel bringen.
00:01:06: Herzlich willkommen Herr Heilmann, schön dass Sie da sind
00:01:08: Hallo?
00:01:08: Ich freue mich, dass ich da sein darf.
00:01:10: Das freut mich und hallo auch an euch liebe Hörerinnen und Hörern!
00:01:14: Ich bin Katharina Herkimer und ihr hört den Gasthörer, den Wissenschaftspodcast der Uni Regensburg.
00:01:23: Herr
00:01:28: Heilmann heute wird es ganz viel um die Schätze gehen, die die Natur für uns zu bieten hat.
00:01:33: Sie beschäftigen sich seit Jahrzehnten damit.
00:01:36: können sie noch auf einen Spaziergang gehen ohne früher oder später in Gedanken im Fachgebiet zu landen?
00:01:42: Also tatsächlich wenn nicht ein Spazieregang durch die Natur oder was Feld mache, dann bleibe ich automatisch an Pflanzen stehen und schau sie an.
00:01:51: Und tatsächlich nervt das sogar auch meine Familie, die dann auch immer fragt wenn wir mit ihr mitgehen bleiben wir bitte nicht an jedem Grünzeug steht.
00:02:01: Das muss sich versprechen und dann kann ich auch an Pflanzen vorbei gehen ohne stehen zu bleiben.
00:02:07: Das kann ich mir vorstellen, meine Mutter hat überhaupt nichts mit Biologie zu tun und trotzdem wurden wir als Kinder immer hingewiesen.
00:02:12: Und hier die Pflanze und all das und so.
00:02:14: Und heute denke ich, hätte ich doch da mal mehr mitgenommen?
00:02:17: Ich hoffe sie geben uns heute ein bisschen was mit!
00:02:20: Welche Pflanzen hat denn aus ihrer Sicht das beste Marketing und welche das Schlechteste?
00:02:25: also gibt es eine pflanze, die total überschätzt wird oder eine, die vielleicht total unscheinbar wirkt, die sie aber immer wieder fasziniert?
00:02:34: schon direkt gar nicht beantworten kann, weil das Marketing inzwischen so gut ist dass auch zu Pflanzen wo es noch nicht so viele Informationen zu gibt.
00:02:45: Vielleicht ist die bessere Formulierung trotzdem sehr viel Gutes verbreitet wird und manche Pflanzen die noch nicht entdeckt sind und schon traditionell längere Zeit beobachtet werden ganz aus dem Marketing Blick verschwunden sind.
00:03:03: Das heißt, es ist nicht alles wo gerade die Trommel dafür gerührt wird.
00:03:06: Die beste Halbpflanze der Welt!
00:03:08: Ja das würde ich so unterschreiben.
00:03:12: Sie haben mir im Vorgespräch verraten dass sie als Kind eigentlich Zoodirektor werden wollten.
00:03:17: wie kam's denn dazu dass sie dann heute doch bei den Pflanzen gelandet sind und nicht bei den Tieren?
00:03:23: Tatsächlich liebe ich Tiere immer noch fast ein bisschen mehr als Pflanzen aber Pflanzen haben eine Faszination was ihren Stoffwechsel angeht, der mich relativ früh gefangen hat.
00:03:38: Pflanzen können nicht weglaufen und Pflanzen müssen sich Strategien einfallen lassen wie sie sich zum Beispiel verteidigen können, wie sie Bestäuber anlocken können und das ist bei Pflanzen einzigartig.
00:03:52: faszinierend finde
00:03:53: ich Super!
00:03:54: Bevor wir tiefer eintauchen, stelle ich Sie unseren Hörerinnen und Hörern wie immer an dieser Stelle erst mal noch ganz kurz
00:04:00: vor.
00:04:00: Sie haben an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf Pharmazie studiert, anschließend ihr praktisches Jahr in einer Apotheke absolviert und die Approbation als Apotheker erworben.
00:04:10: Danach waren sie zunächst auch ganz praktisch im Apothekaberuf tätig in einer apotheke in Mühlheim an der Ruhr bevor sie für ihre Promotion in die Uni-Welt zurückgekehrt sind.
00:04:20: Die haben sie wieder im Düsseldorf am Institut für pharmazeutische Biologie gemacht und sich währenddessen zum Fachapotheker für pharmizeutische Analytik weiterqualifiziert.
00:04:30: Dann ging es für Sie in die Schweiz, an der ETH Zürich waren Sie mehrere Jahre als Oberassistent und Dozent tätig.
00:04:36: dort haben Sie sich habilitiert eine Arbeitsgruppe geleitet.
00:04:40: Nach einer kurzen Station in Jena als Professurvertretung kam dann der Ruf hierher zu uns an die Uni Regensburg, seit Jahr zwei Tausend vier sind sie hier Professor für pharmazeutische Biologie haben – ich habe es schon gesagt – den entsprechenden Lehrstuhlinne und sind seit dem Jahr zwei tausend acht außerdem der Geschäftsführer des gesamten Instituts für Pharmazie.
00:04:57: Passt das alles so?
00:04:59: Das ist alles genau richtig!
00:05:00: Super!
00:05:01: Kommen wir zur grundlegenden Frage aus meinem Intro.
00:05:06: Biologie.
00:05:06: Irgendwie geht es um Pflanzen, irgendwie auch um Medikamente.
00:05:10: aber wie genau?
00:05:11: womit beschäftigt sich ihr Fachgebet?
00:05:13: Zum einen geht es darum die Frage wenn eine Pflanze oder ein anderer Organismus einen Stoff produziert und dafür eine spezielle Verwendung hat dann geht das um die Frage kann man vielleicht diesem Stoff auch verwenden in einem Arzneimittel?
00:05:35: Weil wir haben dann eine biologische Wirkung, die in der Natur entfaltet wird.
00:05:40: Und dann gibt es auch eine große Chance dafür, dass das auch eine Wirkung beim Menschen zeigt und das ist die Rationale dahinter.
00:05:48: Und tatsächlich sind sehr viele Stoffe aus Pflanzen oder aus der Natur stammen, tatsächlich dann in den Arzneimittelschatz so eingegangen.
00:05:58: Sie haben den Fachbegriff gerade schon verwendet.
00:06:00: Rationale Medizin, was ist denn das genau?
00:06:03: Das bedeutet dass sie tatsächlich ein Arzneimittel auch wenn es ein pflanzliches ist produzieren in hoher Qualität und natürlich mit einer Wirksamkeit man spricht da oft von sogenannten rationalen Arznei-Mitteln wirklich am Menschen in klinischen Studien auch Wirksamkeitsnachweise erzielt.
00:06:28: Also es geht wirklich dann um Medikamente, die auch Eingang in die Schulmedizin finden sollen.
00:06:34: Also wirklich nachweisbare Effekte sozusagen?
00:06:36: Nachweisbare effekte und auch was in Deutschland ganz hochgeschrieben wird, die pharmazeutsche Qualität also dass ein Patient wirklich auch ein sicheres Arzneimittel bekommt und dass die Stoffe, die für die Wirksamkeit verantwortlich gemacht werden tatsächlich auch in größeren Mengen dort im Arzneimittel enthalten sind.
00:06:56: Es gibt ja die verschiedensten Kundinnen und Kunden in der Apotheke, die einen wollen nur pflanzliche Medikamente, die anderen glauben da gar nicht dran das rein natürliche Dinge was nützen können und wollen vielleicht reine Chemie.
00:07:09: Können wir da so ein bisschen abgrenzen also?
00:07:11: Was ist denn der Unterschied zwischen pflanslich und homöopathisch?
00:07:15: jetzt zum Beispiel pflanzlich und synthetisch, weil ich meine im Endeffekt kommt ja alles irgendwie aus unserer Welt oder nicht?
00:07:21: Ja tatsächlich ist die Unterscheidung vielleicht besser zu treffen.
00:07:26: Im Rahmen der Frage ist es eine Einzelsubstanz, die ich verwende.
00:07:32: das wird von vielen Patienten und auch vom Fachpublikum oft als synthetische wahrgenommen aber solche Substanzen sind oft auch aus Pflanzen bestes Beispiel das Betäubungsmittel und Schmerzmittel Morphin.
00:07:50: Das würden alle als einen chemischen Stoff einordnen, aber tatsächlich stammt er ja aus dem Schlafmonen.
00:07:58: Und der Schlafmohn wird in großem Stil feldmäßig angebaut um aus diesen Pflanzen dann das Morphin zu gewinnen.
00:08:08: Damit ist es ein Einzelstoff, aber es stammte natürlich aus der Natur.
00:08:13: Und auf der anderen Seite sind aber Pflanzen auch dafür da, dass man Extrakte gewinnen kann.
00:08:19: Extrakten sind Arzneimittel die aus vielen Stoffen aus der Pflanze bestehen.
00:08:24: Man macht also nicht die Mühe nur noch einen herauszufiltern sondern tatsächlich die Gesamtheit von Stoffe wirkt dann.
00:08:32: das heißt also man kann jedem Stoff zwar eine Wirkung zuordnen Aber es wirkt denn tatsächlich die Summe aller Substanzen.
00:08:43: Das bedeutet für jede einzelne Substanz natürlich, dass ihre Wirkung nicht so stark ist wie wenn sie eine einzelne Verbindung nur in ein Arzneimittel hineinpacken.
00:08:53: Aber das sind dann trotzdem auch natürliche oder pflanzliche Medikamente?
00:08:56: Das sind dann pflantliche Medikumente.
00:08:58: ja man findet dann ätherische Öle beispielsweise ganz oft die verwendet werden bei Erkältungskrankheiten.
00:09:07: oder wenn wir an die Kamille denken, da gibt es verschiedene Präparationen für Hauterkrankungen und Magendarmbeschwerden.
00:09:16: Das sind alles dann Phytopharmaka wie man sie nennt.
00:09:22: Und der Unterschied zur Homöopathie ist eben dieses Rationale, dass man wirklich über klinische Studien das nachgewiesen hat und da wirklich was drin ist.
00:09:29: Und man nicht nur darauf vertrauen muss, dass es
00:09:32: funktioniert.
00:09:32: Ja diese Arzneimittel werden vom Hersteller dann wenn sie die entsprechende Qualität haben natürlich auch beim Gesetzgeber zugelassen.
00:09:40: Die Unterlagen, die Sie dort einreichen sind sehr umfangreich.
00:09:44: Da müssen Sie belegen von welcher Pflanze das kommt wie viel von den Stoffen dort drinnen ob es klinische Studien gibt, also das ist tatsächlich in Deutschland mit einem sehr hohen Standard versehen.
00:09:57: Aber nur weil's jetzt ein rein pflanzliches Medikament ist heißt es nicht dass es weniger stark wirkt als was was rein aus dem Labor kommt?
00:10:05: Tatsächlich sind diese pflantlichen Arzneimittel in der Regel weniger stark Wirksam und finden auch oft Anwendungen in Bereichen, die außerhalb eines ganz schweren Krankheitsbildes sind.
00:10:21: Das liegt daran weil natürlich Einzelsubstanzen auf eine spezielle Zielstruktur im Menschen optimiert werden.
00:10:29: das heißt man fängt ein bisschen bei synthetischen Substanzen mit einer Vorbildsubstanz an und dann optimiert man sie immer immer weiter bis man die ideale Substanz hat.
00:10:41: Und diese Medikamente sind natürlich potenziell deutlich stärker wirksam als pflanzliche Arzneimittel, wo dann eine Mischung von Pflanzenbestandteilen verwendet wird.
00:10:53: Da wird also nicht eine spezielle Struktur in der Pflanze optimiert sondern die wirksamen Stoffe.
00:11:03: Das Wissen um Wirkstoffe in Pflanzen haben wir ja nicht erst seit heute, sondern ist ja schon Jahrtausende alt in den verschiedensten Kulturen.
00:11:12: auch verschiedene Naturvölker Praktizieren heute noch eine Naturmedizin.
00:11:17: Wie ist man denn da in Ihrem Fach demgegen übereingestellt?
00:11:20: Weil es gibt ja bestimmt Substanzen, ich sage jetzt mal Abtreibungsmittel der Aborigines in Australien oder so und man sagt okay, man weiß die Nutzen das oder haben das genutzt aber vielleicht haben wir dann noch gar nicht den entgültigen Wirkstoff oder die Wirkung rausgefunden.
00:11:36: Also steht man dem kritisch gegenüber, sagt man lässt man da lieber die Hände davon?
00:11:40: Oder sind es auch spannende Forschungsthemen für Sie?
00:11:42: Das sind ganz spannende Forschungsthemen weil's die Ethnologie mit den Naturwissenschaften verbindet.
00:11:48: ich persönlich habe da ein absolutes Fable dazu, weil Menschen und Pflanzen gehören irgendwie zusammen.
00:11:58: den indigenen Bevölkerungsgruppen einfach immer wieder faszinierend, in welchem Einklang die mit der Natur leben.
00:12:06: Die nehmen dann tatsächlich wirklich nur das was sie benötigen sei es jetzt für die Jagd oder sei es auch als Heilmittel.
00:12:15: und tatsächlich gibt es dort auch immer verschiedene Heiler und Heilerinnen, die ganz oft Pflanzen zur Anwendung bringen.
00:12:25: Oft auch in Zeremonien wo sich der Heiler dann ganz speziell zunächst mit dem pflanzlichen Arzneimittel und den Patienten beschäftigt, auch das Vertrauen des Patienten in den Heiler- und Pflanzliche Heilmittel extrem groß ist.
00:12:43: Und die Erfolgsquoten, wenn ich das mal so nennen darf, sind dann auch hoch!
00:12:50: Also da hat sich im Rahmen des traditionellen Wissens tatsächlich von einer Heilerin zur nächsten Generation wirklich bewahrt, dass man diese Pflanze verwenden kann
00:13:04: um
00:13:05: Fieber zu behandeln.
00:13:07: Und wir haben uns ja auch viele Arzneimittel daraus abgeguckt.
00:13:10: wenn man zum Beispiel das Chinin anschaut Das kommt aus der sogenannten China-Rinde und diese China Rinde kommt gar nicht aus China sondern stammt eigentlich aus dem südamerikanischen Bereich, wo diese China-Rinde oder der Chinarinnenbaum herstammt.
00:13:29: Es gab nämlich da ein Arzneimittel oder ja die Rinde schlechthin.
00:13:34: also die Heiler haben diese Rinde als ganz besonderes Heilmittel wahrgenommen und Rinde hieß in deren Dialekt einfach Queena Und die Europäer haben dann Quina zu China gemacht.
00:13:51: Also China-Rinde ist dann Rinderinde, aber bei den Heilern galt das da schon als das Mittel gegen Fieber schlecht hin und heute ist es einer der Standard Malaria-Mittel, die wir in unserem Arzneischutz haben.
00:14:06: also gibt's ganz viele spannende Dinge auch geschichtlich gesehen weil dabei wird natürlich auch viel Wissen gestohlen Und das ist heute, Gott sei Dank anders.
00:14:18: Solche Forschung kann nur noch gemacht werden wenn berücksichtigt wird dass dieses Wissen und diese Pflanzen natürlich nicht uns gehören sondern den Menschen dort wo es zuerst genutzt wurde und wo die Pflanze wächst.
00:14:33: Das wird dann alles vom Nagoya Protokoll geregelt dass es dort ein Benefit Sharing geben muss, dass es eine Erlaubnis geben muss solche Forschung zu machen.
00:14:44: Das ist jetzt auch rechtlich hochkomplex aber immer noch mega spannend.
00:14:49: Wirklich?
00:14:49: Das habe ich mir noch nie überlegt das natürlich ja da auch Rechte drauf gegeben
00:14:54: muss.
00:14:54: Ja also vor vielen Jahren war das tatsächlich noch so, dass man ja dachte gerade aus dem Zeiten des Kolonialismus Das gehört dann den Kolonialmächten.
00:15:04: Aber diese Zeiten sind Gott sei Dank vorbei und es gab auch Zeiten, wo's im schlimmen Formen der sogenannten Biopiraterie gab wie es heute heißt.
00:15:14: wenn man sozusagen unrechtmäßig etwas entnimmt.
00:15:18: Dann muss man sich ja wirklich sagen Es gehört doch eigentlich jemandem.
00:15:23: Und es gehört den Menschen und es gehört auch dem Staat, was auch immer der Staat ist.
00:15:28: Das ist ja auch eine hochkomplexe Frage!
00:15:30: Diese indigenen Völkerschaften sind tatsächlich auch vom Staat manchmal auch nicht ausreichend repräsentiert und dann gibt sich natürlich im Staat selber eine Problematik.
00:15:40: aber es geht nur diese Art von Forschung wenn man das mit den Nationen, den indigenen Völkerschaften und im Einklang mit dem Recht zusammenmacht.
00:15:51: Also nicht nur Raubkunst sondern auch Biopiraterie schwannend.
00:15:55: Aber zurück zum Blick unserer westlichen Welt sozusagen auf solche Forschung.
00:16:01: also sie als studierter Wissenschaftler der in Labours gearbeitet hat und sein Wissen immer versucht zu erklären Sie sehen auch so eine ethnologische Pharmazie als eine Art von Professionalität an.
00:16:16: Ja, ich sehe es aber auch als Privileg für uns an weil wir so viele Dinge lernen können.
00:16:28: Wir denken ja immer wir sind in einem entsprechenden kulturellen Entwicklungsstand der sehr hoch ist.
00:16:34: Aber wenn man zu diesen indigenen Völkern geht Dann kann man auch sehr, sehr viel lernen.
00:16:39: Wenn man einmal alles hinter sich lässt und dann sagt nein ich bin dort als Gast ohne meine Errungenschaften Und lasst mich genau auf das ein was es dort gibt Das ist unglaublich bereichernd.
00:16:54: Also die Doktoranden die solche Projekte gemacht haben kommen mit einem ganz anderen Mindset nach Hause Als sie vorher hatten und ich auch.
00:17:03: großartig Kommen wir wieder hier eher in die Nähe zurück.
00:17:08: Es gibt so viele Halbpflanzen um uns rum, Annika, Camille, die üblichen Verdächtigen.
00:17:12: ist denn da jetzt eigentlich alles erforscht was man so erforschen kann?
00:17:16: Also kennen wir alle Wirkstoffe aus den Pflanzen ums rum?
00:17:21: Nein ganz im Gegenteil.
00:17:22: also es sind erstens ganz viele Pflanzen nicht untersucht und auch bei uns gibt es traditionelle Medizin.
00:17:30: also zum Beispiel Klostermedizin gibt es viele spannende Dinge Und tatsächlich sind selbst in den Extrakten, die als gut erforscht gelten natürlich nicht alle Substanzen bekannt.
00:17:45: Tatsächlich gibt es in solchen Extrakts so etwas was man auch als Dark Matter bezeichnen kann.
00:17:53: Also wo man gar nicht weiß, was für Substanzen das sind und dass ist natürlich das Spannende auch das herauszufinden.
00:18:00: also das Wissen wächst da ständig ja aber es ist noch lange nicht erschöpft und auch die Wirkungsmechanismen die für die Wirkung verantwortlich sind dann gibt's auch immer wieder ganz neue Überraschungen die man da sehen kann.
00:18:16: Wahrscheinlich entwickelten sich ja auch die Möglichkeiten im Labor immer weiter, oder?
00:18:19: So dass man jetzt sagt okay es wurde bestimmt schon viel zu Camille geforscht aber vielleicht noch nicht mit dem neuen Gerät das es jetzt gibt.
00:18:25: Ja also die instrumentelle Entwicklung spielt da wirklich eine Rolle.
00:18:29: wenn ich so an meine Promotionszeit denke die schon länger zurückliegt dann konnte man aus ein Kilo Pflanzenmaterial ja vielleicht Substanzen isolieren herausfinden, die im Bereich von fünf bis zehn Milligramm dort drin gewesen sind.
00:18:49: Das ist schon relativ wenig aber wenn man heute mal sich das anschaut dann sind wir noch eine Zehnerpotenz niedriger.
00:18:57: also wenn sie mir ein Kilogramm Pflanzen Material geben und ich die entsprechenden Geräte dazu habe Dann kann ich Ihnen sagen welche Substanzen zu einem halben Milligrammen dort enthalten sind, wie die aussehen und was für eine Wirkung sie haben.
00:19:13: Also der Fortschritt ist da immens!
00:19:16: Und wie wählt man bei der Masse an Möglichkeiten?
00:19:20: wenn Sie sagen es ist ganz viel noch nicht erforscht denn dann aus als Forscherin oder Forscher womit man sich jetzt als nächstes beschäftigen möchte?
00:19:26: Was vielleicht vielversprechend sein könnte...
00:19:29: Ja man schaut dich zum Beispiel an Was ist das für eine Pflanze?
00:19:32: Was macht die, was hat sie für eine Besonderheit.
00:19:35: Wie lockt die vielleicht einen Bestäuber an oder wie ist deren Verteidigungsstrategie?
00:19:41: zum Beispiel gibt es ganz viele Pflanzen, die ganz stark bitter schmecken und die sich damit natürlich vor Fraßfeinden wehren.
00:19:51: Aber das wäre natürlich zum Beispiel ein interessantes Anwendungsgebiet, wenn man Patienten hat die unter Appetitproblematiken liegen, die keinen Hunger haben.
00:20:00: Dann nimmt man einfach diese Bitterstoffe und schaut sich dann an kann ich damit zum Beispiel eine Magensaftanregung machen?
00:20:07: Hat der Patient da mehr?
00:20:08: Und schon ist es ein Arzneimittel dass er sich verwenden kann.
00:20:12: ja
00:20:13: Also das heißt, man geht von bekannten Wirkstoffen aus und sagt dann okay die Pflanze ist so ähnlich.
00:20:20: Die könnte vielleicht auch was Ähnliches haben oder so?
00:20:22: Ja Verwandtschaft ist auch ein ganz ganz wichtiges Thema bei den Pflanzen.
00:20:26: da kann man schon mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit sagen ich suche jetzt nach ähnlichen Substanzen in einer stark verwandten pflanze genau wie was man früher so gehasst hat.
00:20:37: Ich habe das immer gehabt wenn man gesagt hat hey du siehst ja aus wie dein Bruder.
00:20:41: So geht's bei Pflanzen manchmal auch und da kann man dann nach vergleichbaren Stoffen schauen.
00:20:47: Aber es gibt immer wieder Überraschungen, dass gleiche Stoffe in komplett unterschiedlichen Pflanzen vorkommen.
00:20:54: Ganz typisches Beispiel das Koffeein, weil hier ein verschiedenen Anregungsmittel drin ist.
00:21:00: Da haben alle Kulturen aus den verschiedenen Kontinenten geschafft wirklich die Pflanze herauszufinden, die dieses Koffein enthält.
00:21:10: In Asien der Tee in Afrika der Kaffee, in Südamerika Mittelamerika Kakao und Mate.
00:21:17: Die haben alle Koffeen aber die sind alle nicht miteinander verwandt.
00:21:23: Und das ist das Schöne an der Natur dass sie immer so viele Überraschungen für einen verrat hält
00:21:28: Und dass in den verschiedenen Kulturkreisen die Leute diesen Wirkstoff in den verschiedensten Formen immer schon zu schätzen gewusst haben, das ist ja auch spannend.
00:21:36: Ja sie probieren es einfach aus!
00:21:38: Also solches Wissen wird einfach durch Ausprobieren über die Generation dann herausgefunden und dann bewahrt.
00:21:46: Das ist so eine Problematik der wir uns gar nicht bewusst sind.
00:21:51: wenn zum Beispiel die großelterliche Generation nicht mehr da ist und vielleicht die vielen schönen Rezepte nicht mehr zu finden sind, wo die Oma an Kuchen gebacken hat.
00:22:01: Oder dann sind sie vielleicht irgendwo bei uns im Internet enthalten oder wiederzufinden?
00:22:07: Aber das ist bei diesen indigenen Bevölkerungsgruppen natürlich überhaupt nicht der Fall!
00:22:11: Wenn da eine Generation nicht mehr die mündliche Überlieferung weitergibt, dann ist dieses Wissen komplett weg... Deswegen muss uns das bewusst sein, wie wichtig das ist diese Naturbereiche dieser indigenen Bevölkerung auch wirklich zu schützen weil es geht sonst verloren.
00:22:30: Das ist ein großer Unterschied zu der Forschung die bei Ihnen am Institut stattfindet denn dort wird ja alles dokumentiert man kann zurückgreifen auf die Doktorarbeiten von Jahrgängen davor und da vor noch usw.
00:22:44: eine Jungen Leute, die dort gerade forschen ist ihre Doktorantin Iris Huber.
00:22:49: Und weil ich dachte wir brauchen mal so ein konkretes Beispiel worum es denn bei ihnen im Institut so geht habe ich mich mit Iris in ihrem Labor getroffen und sie ein bisschen über ihr Promotionsprojekt ausgefragt.
00:23:04: Hallo Iris Schön dass du dir die Zeit für uns nimmst!
00:23:06: Sehr gern herzlich willkommen in unserem Labor.
00:23:09: Vielen Dank was?
00:23:12: Du machst eine Doktorarbeit, du bist schon seit drei Jahren dabei.
00:23:15: Woran forscht?
00:23:15: Was ist dein Thema?
00:23:17: Wir hier im Lehrstuhl pharmazeitische Biologie betreiben Naturstoffchemie.
00:23:21: Wir forschen an Pflanzeninhaltstoffen und hauptsächlich beschäftigen wir uns mit der Extraktion unter Aufreinigung von Pflanzenextrakten dann aber auch mit der Isolierung von Einzelsubstanzen und der pharmacologischen Testung in der Zellkultur.
00:23:35: Also du holst irgendwelche Stoffe aus Pflanzen raus!
00:23:38: Aus welchen Pflanzen
00:23:39: denn?!
00:23:39: Genau, meine zwei Pflanzen sind zum einen die Zichorie.
00:23:43: Zichori um Intibus und zum anderen der Gift-Lattig Lactuka Virosa.
00:23:48: Zicheria?
00:23:49: Das kennt man glaube ich vom zichorien Kaffee also ist es schickoree!
00:23:52: Ganz genau richtig ja.
00:23:53: Schickory ist dann die weiter entwickelte oder weiter gezüchtete Formen die dann eben als Lebensmittel eingesetzt wird und die Wurzel aus der Zichorie wurde verwendet um den Kaffeersatz herzustellen.
00:24:04: Und die zweite Pflanze?
00:24:06: Lactuca Virosa der sogenannte Giftlattig ist ein Vorläufer oder Verwandter von unserem Kopfsalat, hat allerdings deutlich mehr Bitterstoffe und wurde im ersten Weltkrieg als Opiumersatz benutzt.
00:24:19: Also als Droge?
00:24:21: Ja, als Schmerzmittel, als Sedativum.
00:24:23: Da fragt man sich dann natürlich woher kommt die Wirkung, welche Inhaltsstoffe sind dafür verantwortlich.
00:24:29: Und da schaue ich jetzt eben, ob ich was Spannendes finde!
00:24:31: Warum hast du genau diese zwei Pflanzen zusammen als Arbeit?
00:24:36: Es ist so, dass der Giftlattich kommerziell nicht erhältlich ist.
00:24:39: Das bedeutet ich habe den selber im botanischen Garten angebaut.
00:24:43: Das hat natürlich ein bisschen Vorlauf gebraucht und deswegen habe ich mit der Zichorienwurzel gestartet.
00:24:48: Ich hab die als Arzneibuchdroge aus der Apotheke gezogen.
00:24:52: aber die beiden haben Hauptinhaltsstoffe, die sie quasi miteinander verbindet.
00:24:57: das Lactozin- und Laktokopikrin sind beide Sesquiterpennlactone und eben Bitterstoffe.
00:25:03: Und was ist so spannend an diesen Bitterstoffen oder an den Pflanzen mit den Bitterstoffen drin?
00:25:08: Bitter Stoffe an sich regen die Verdauung an, also die Produktion von Verdauerungsseften werden deshalb eben bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt.
00:25:18: Und zudem zügelt der bittere Geschmack auch in Heißhunger.
00:25:22: Also die Lust auf Süße es nimmt ab, wenn man viel Bitteres ist.
00:25:25: Cool!
00:25:26: Aber
00:25:26: zusätzlich sind die Bitterstoffe jetzt in diesen beiden Pflanzen enthalten sind strukturell so dass sie eben auch anti-entzündliche Effekte und antitumorale Effekten bewirken können.
00:25:37: Das weiß man schon?
00:25:38: Genau das ist mittlerweile schon belegt ja.
00:25:40: Was fährst du denn jetzt genau?
00:25:42: Ich schau jetzt ob ich neue Substanzen finde Und schaut dann aber eben auch, wie die im Körper metabolisiert werden und ob eventuell eine Bluthinschrankengängigkeit vorliegt.
00:25:53: Und da speziell eben, ob eine Konjugation mit Aminosäuren die Aufnahme über die Blutthinschranke über einen Aminosähre-Transporter in der Bluttingschranke ermöglicht.
00:26:03: Das war jetzt kompliziert für Nichtwissenschaftlerinnen.
00:26:05: Also Bluthirnschranke heißt, wenn ich das aus früheren Podcasts richtig weiß, dass, wenn man eine Substanz im Blut hat, dann der Wirkstoff auch im Hirn ankommt?
00:26:14: Stimmt es so?
00:26:14: Genau richtig!
00:26:15: Die Bluthirnschrank ist ja eigentlich ein Sicherheitsmechanismus vom Körper damit keine Giftstoffe ins Gehirn gelangen also der Schaltzentrale vom Körper die sehr... Dicht gebaut, gut ausgebaut und nur durch Transporter gelangen.
00:26:28: dann die Stoffe des Gehirns selbst benötigt zum Beispiel Glucose oder Aminosäuren auch ins Gehirn.
00:26:34: Und ich versuche jetzt eben über den Aminosauretransporter diese Substanzen ins Gehirt zu schleusen und dann könnte man eben überlegen ob darüber diese analytische anzitierende Wirkung eintritt oder aber wirkungen auf Gehirntumorzellen besteht.
00:26:49: Also das heißt, wenn man bis jetzt sich horiert als Arzneistoff zu sich nehmen würde dann schluckt man da eine Tablette und die geht einfach in den Darm oder sowas.
00:26:58: Und du schaust ob man damit auch was im Gehirn anzetteln könnte?
00:27:02: Ja genau also was nach dem Magen Daumen Passage passiert ob es ins Gehirn gelangen könnte und in welcher Konzentration das notwendig ist.
00:27:10: Also wenn ich jetzt nur diese Zichorienwurzel essen würde, hätte man wahrscheinlich keinen Effekt einfach weil die Gesamtkonzentration zu niedrig ist.
00:27:18: aber dadurch dass wir eben diese Aufreinigungsschritte durchführen und Einzelsubstanzen ausarbeiten gibt's dann eben die Möglichkeit den definierten konzentrationen zu testen und zu schauen ob wir hier eben Effekte erzielen können.
00:27:30: Und wenn du die Stoffe hast versuchst ihr damit anderen Sachen zu verbinden?
00:27:35: Genau, ich versuche sozusagen einen Transportweg zu finden für diese Substanzen.
00:27:40: Also das heißt wenn jetzt alles gut geht dann erfindest du ein neues Schmerzmittel und vielleicht sogar ein Mittel um Tumore zu bekämpfen?
00:27:47: Das wäre natürlich super aber ich glaube da braucht man noch ganz viel Zeit dafür.
00:27:57: Herr Professor Heilmann-Wenn ihre Doktorandinnen und Doktoranden an so einem Projekt forschen ist es für sie auch immer spannend fiebern Sie da immer so ein bisschen mit was da jetzt rauskommt oder ist es Das gehört dazu, dass man die auch betreuen muss.
00:28:12: Also tatsächlich freue ich mich immer wenn in der Promotion die Phase eintritt wo die Doktoranden besser sind als ich das bin und das ist meistens so zwischen anderthalb und zwei Jahren Wenn es ein Thema ist an dem wir schon mal gearbeitet haben.
00:28:33: Aber wenn es ein neues Thema ist, dann ist es viel früher.
00:28:37: Dann ist es oft schon im ersten Promotionsjahr und das ist wirklich mega spannend!
00:28:43: Wenn man in den Doktorandengesprächen nicht nur Dinge als Ratschläge weitergeben kann, versuche es doch mal so.
00:28:50: Sondern wenn man selber vom Doktoranden richtig viel Neues erfährt und mitgezogen wird... Und tatsächlich am Ende der Promotion ist es fast immer so dass der Doktorrand, der Experte auf dem Gebiet ist und nicht mehr ich.
00:29:07: Und das ist aber schön denn aus Kindern werden ja Leute.
00:29:12: Schön!
00:29:13: Als Lehrstuhlinhaber und Geschäftsführer des Instituts müssen Sie auch ganz viel organisatorische Arbeiten machen.
00:29:19: wahrscheinlich sich viele um Anträge kümmern und Personalsachen und sowas.
00:29:23: wünschen sie sich da manchmal auch in diese Zeiten zurück wo sie selber im Labor stehen und irgendwie so was Neues raustüfteln können?
00:29:30: Ja, tatsächlich habe ich in den ersten drei Jahren als ich hier in Regensburg angefangen habe immer noch versucht im Labor mitzuarbeiten und dann gab es einfach mal eine ganz, ganz witzige Situation.
00:29:45: Da kam eine etwas erfahrenere Forscherin zu mir ins Büro und druckste so ein bisschen rum und sagte so, Jörg, ich hab ja eigentlich jetzt mal ne Bitte an dich Das haben die anderen zu mir gesagt, könntest du mal bitte aufhören praktisch zu arbeiten.
00:30:05: Und dann war ich ganz entsetzt und sie sagst so hey habe ich irgendwas nicht aufgeräumt?
00:30:09: Habe ich irgendetwas kaputt gemacht ist irgendwas nicht in Ordnung und sagt sie so ne es ist alles in Ordnung Aber du bist so langsam geworden.
00:30:18: Ja, das ist genau der Punkt.
00:30:20: wenn man viel mit anderen Dingen beschäftigt ist Publikationen schreiben oder organisatorische Dinge oder was auch immer dann verliert man natürlich auch ein Teil der Routine Fähigkeiten und die kann man dann wieder erlernen.
00:30:33: aber es braucht dann schon wieder eine Zeit.
00:30:36: Und dann habe ich wirklich mal geguckt also dreimal so lange gebraucht wie meine Doktoranden für das gleiche Projekt.
00:30:44: Und dann ist es voll schade, dass man's nicht mehr machen kann aber muss es einfach akzeptieren, dass die anderen besser sind als man selber und schneller
00:30:53: oder man halt jetzt andere Aufgaben
00:30:55: hat.
00:30:57: Ihr Fach is ja ein Teilbereich des Pharmacie-Studiums.
00:31:00: Aber die Studis stehen ja nicht sofort wie die Iris im Labor, sondern müssen erstmal ein Grundstudium durchlaufen wo sie so grundsätzliche Sachen lernen.
00:31:08: was gehört denn sonst noch so zum Pharmacie Studium dazu?
00:31:12: Also in der Biologie ist das sehr breit gefächert und tatsächlich müssen sich die Pharmacie studierenden um ähnliche Dinge kümmern wie die Biologie Studierenden.
00:31:24: Es geht da ums Mikroskopieren, wie Pflanzen aufgebaut sind.
00:31:30: es geht um Zellbiologie Wie eine Zelle funktioniert?
00:31:35: Es geht um Stoffwechsel, wie der in Zellen abläuft.
00:31:40: Also ein großen Teil der sogenannten Allgemein-Biologie ist sehr ähnlich zur Biologie.
00:31:45: Aber dann gibt es auch Dinge Die ganz Apotheken oder Apotheker spezifisch sind.
00:31:52: Welche Pflanzen kann man für welche Krankheiten einsetzen?
00:31:57: Kann man diese Pflanzen mischen, kann man die Pflanzen nur als Tees einsetzen oder kann man da Medikamente herausmachen?
00:32:04: wie sehen diese Arzneimittel diese Pflanzen chemisch aus?
00:32:09: das ist was das Pharmaziespezifische dann ausmacht.
00:32:13: also wirklich sehr konkrete Inhalte die den auch nachher im Job brauchen können.
00:32:17: ja Das ist etwas, das glaube ich die pharmazeutische Biologie schon auszeichnet für den Apotheker.
00:32:25: Ich glaube er kann sehr viel Beratungstätigkeit ausüben weil viele Patienten kommen um Pflanzigazineimittel zu erwerben.
00:32:35: aber natürlich sind pflanzliche Arzneimittel auch Chemie.
00:32:40: sie sind auch wirksam.
00:32:42: Pflantige Azineimitte die man in verschiedensten Bereichen einsetzen kann für Kinder beispielsweise.
00:32:49: Die sind anders als für Erwachsene, ja?
00:32:52: Als ich mich auf der Homepage vom Studiengang ein bisschen umgeschaut habe, hab' ich gedacht was mir daran gefallen würde wer das man nicht nur in der Uni ist sondern dass man auch so praktische Sachen macht, dass man Bestimmungsübungen hat und Exkursionen und so... Was machen die Studis da wenn sie mit denen rausgehen?
00:33:07: Machen Sie das selber oder machen das jetzt irgendwelche Mitarbeitenden von ihnen?
00:33:10: Nein!
00:33:11: Das mache ich selber.
00:33:12: also gerade den Bestimmungskurs mach Ich wieder selber, auch mit dem Hintergrund dass es einfach wieder schön ist nicht nur den Studieren im Hörsaal etwas zu erklären sondern wie Sie vorhin gesagt haben sich darunter zu wuseln und mitzumischen und mit dabei zu sein um konkrete Probleme auch direkt zu sehen.
00:33:33: Da gehen wir dann entweder in den botanischen Garten und schauen uns dort etwas an oder wir gehen in Gruppen durch Regensburg kleine Ecken an, wo es Pflanzen gibt.
00:33:46: Das hat vielerlei Hintergründe.
00:33:48: zum einen ist Pflanzenkenntnis schon auch wichtig wenn man zb Vergiftungsfälle in der Apotheke bekommt dann ist natürlich schon wichtig wenn die Pflanze vorgelegt wird dass man als Apotheker sofort weiß hey das ist eine Giftpflanze und da muss ich jetzt die entsprechende Giftgleitzentrale anrufen.
00:34:07: ja aber es ist auch ein bisschen die Idee den Blick für die Natur zu Schärfen und auch den Blick für die Umwelt zu schärfen, in der ich mich befinde.
00:34:18: Und Natur ist nicht nur draußen sondern Natur ist ja auch in der Stadt.
00:34:23: Das machen sie nicht nur mit Studierenden, sondern ich habe mir sagen lassen Auch Schulklassen sind manchmal zu Gast an der Uni am Mikroskopieren oder im botanischen Garten.
00:34:33: Warum machen Sie denn das?
00:34:34: Warum liegt Ihnen das im Herzen?
00:34:36: Also der Ursprung davon ist eine Absprache mit meiner Frau.
00:34:40: Sie hat gesagt, solange die Kinder in der Grundschule sind bist du für alles zuständig inklusive Elternbeirat, Elternsprechtage und allem drum und dran!
00:34:50: Und wenn sie dann weiterführende Schulen besuchen, dann übernehme ich das... ...und dann sind wir ja vom Elternbeiraat ins Gespräch gekommen.
00:35:00: hey was können denn die Eltern noch machen?
00:35:02: Und dann habe ich gesagt, ja wenn ihr Lust habt wir könnten mal mit der Klasse in Botanischen Garten gehen oder wir haben Mikroskopiersaal.
00:35:10: Habt ihr da Lust vielleicht auch mal zu kommen?
00:35:12: und da waren die Kinder... immer Feuer und Flamme, dann haben wir einmal im Jahr in der Grundschule wo meine Kinder sind.
00:35:20: In der dritten oder vierten Klasse haben wir einen Ausflug mit einer Klasse gemacht und haben entweder botanischen Garten oder Mikroskopieren Pflanzen von innen und außen beobachten.
00:35:32: Und es ist so schön zu sehen wie begeisterungsfähig die Kinder sind und wie die Wissen aufsaugen.
00:35:41: Das macht so viel Freude.
00:35:43: Und das ist dann ein bisschen eine Tradition geworden, ja?
00:35:46: Sehr schön!
00:35:47: Der butanische Garten ist ein besonderer Ort für sie an der UR oder?
00:35:51: Der ist ein ganz besondere Ort.
00:35:53: Erstmal ziehe ich mich da rein zurück wenn ich mal gerne für mich sein möchte.
00:35:59: also gerade dieser kleine schöne Bachlauf, der da angelegt ist mit den Bänken finde ich einfach einen wirklich... Ein ganz toller Ort und es wimmelt davon Pflanzen und von Tieren Und er hilft uns auch bei unserer Forschung.
00:36:14: Pflanzen kann man ja nicht einfach in großem Stil aus der Natur entnehmen, da macht man dann die Natur ja auch kaputt an der Stelle und wenn wir eine Pflanze spannend finden, dann wird sie dort im Botanischen Garten auf den Anbauflächen auch für uns angebauten.
00:36:29: Das ist ein tolles Privileg das wir da in Anspruch nehmen dürfen.
00:36:33: Also Iris hat uns vorher ja auch erzählt dass sie gebeten hat ob ihr lattig dort angebaut werden könnte.
00:36:40: Also können Forscherinnen und Forscher einfach dorthin gehen und sagen, hallo ich bräuchte jetzt mal zehn Quadratmeter von der und der Pflanze.
00:36:47: Macht ihr das mal für mich oder müssen die da selbst Hand anlegen?
00:36:49: Oder wie funktioniert es?
00:36:50: Ja, die helfen ja ganz, ganz kräftig mit aber das wollen sie auch weil die dann immer sehen möchten hey, wie viel Arbeit ist das denn?
00:36:56: Wie wächst das
00:36:56: denn?!
00:36:57: Ich beobachte die Pflanzen über.
00:36:58: die Zeit macht mir Kummer.
00:37:01: Pflanzen wachsen ja auch nicht unter allen Bedingungen Keimen nicht unter all den Bedingung Und dann ist das manchmal eine Herausforderung, tatsächlich diese Pflanze auch erst mal zum Wachstum zu bringen.
00:37:13: Für den botanischen Garten zuständig ist Lena Knott.
00:37:16: Sie ist die technische Leiterin des Gartens und weil wir euch diesen schönen Ort natürlich nicht vorenthalten wollten habe ich sie gebeten uns mal auf einen kleinen Rundgang durch den pharmazeutischen Bereich dort mitzunehmen.
00:37:32: Wir stehen im herrlichen botanischen Garten.
00:37:34: Es ist Superwetter und ich treffe die Lena.
00:37:37: Guten Morgen, Lena!
00:37:38: Ja guten Morgen.
00:37:39: freut mich sehr, dass du hier bist.
00:37:40: Für mich ist in alle Richtungen grün und schön.
00:37:43: ganz viele Insekten, die hier rumschwirren um die ganzen Pflanzen.
00:37:47: Aber hier gibt es ja eine ganz klare Struktur oder?
00:37:50: Ja auf jeden Fall!
00:37:51: Der Garten ist eingeteilt in verschiedene Areale.
00:37:54: Ganz grob der obere Gartenteil ist sehr großzügig und parkendlich gestaltet.
00:37:58: da haben wir auch große Wiesenflächen wo man übrigens auch picknicken darf.
00:38:02: Und im unteren Gartenteil ist der Fokus eher auf die Forschung und Wissenschaft.
00:38:07: Da haben wir zum Beispiel auch diese rote Listearten Versuchst.
00:38:10: nun Ansuchtflächen, wo auch die Biologie-Studierenden profitieren.
00:38:14: Dann eine grüne Schule für die Biologiedidaktik und eben die pharmazeutische Abteilung, die jetzt hier in Terrassen aufgebaut ist.
00:38:24: Die pharmazeutsche Abteilungen wurde angelegt zu Beginn des Botanischen Gartens der jetzt schon knapp fünfzig Jahre alt ist Und damals wurden die Terrassen auch aufgeteilt nach Wirkstoffgruppen.
00:38:37: wir stehen jetzt Mit Blick auf die Giffpflanzen, dann haben wir hier zum Beispiel auch Kohlenhydrate als nächstes Begewürzpflanzen.
00:38:45: Also so ist aktuell die Aufteilung in den Terrassen.
00:38:49: Also das ist der Teil, der eher für die Wissenschaft ist und nicht so sehr fürs öffentliche Publikum?
00:38:54: Genau.
00:38:54: Man hat das angelegt mit Blick auf die Chemie und auch die pharmazeutischen Inhaltsstoffe.
00:39:01: Man liest hier auch Schilder wie z.B.
00:39:03: Glycoside, flavonoide, saponine und zugegebenermaßen man braucht schon ein bisschen Vorwissen um sich dann hier orientieren zu können zu wissen, okay was mache ich eigentlich mit den Glykosiden?
00:39:16: Also sehe ich momentan noch ein bisschen als Manko.
00:39:19: Aber das sind wir jetzt aktuell gerade dabei, das etwas neu aufzubauen dass es auch für den Publikumsverkehr deutlich zugänglicher ist und auch wirklich Informationen liefert.
00:39:28: Was kann ich dann mit der Pflanze anstellen zum Beispiel auch in der Hausapotheke?
00:39:33: Wir wollen in Zukunft einfach mehr dem Besucher ein bisschen Mehrwert mitgeben Und zusätzlich wollen wir auch noch ein eigenes Beet anlegen für Nutzpflanzen aus der neuen Welt.
00:39:47: Zum Beispiel Tomaten, Kartoffeln aber auch ganz viele spannende Gurtengewächse gibt es noch die noch ein bisschen unentdeckt sind.
00:39:55: Da wollen wir uns da ein bisschen ausprobieren.
00:39:56: Da werden dann auch regelmäßig neue
00:39:59: Arten
00:39:59: vorgezeigt werden.
00:40:01: Und was wir jetzt im ersten Schritt schon umgesetzt haben, ist ein ganzes Doppelbeet für mediterrane Heil- und Nutzpflanzen.
00:40:10: Wie viele verschiedene Pflanzen habt ihr hier so etwas?
00:40:12: Sind ja wirklich richtig viele Beete die ich hier sehe!
00:40:14: In der pharmazeutischen Abteilung sind es grob zweihundertsiebzig verschiedene Arten.
00:40:20: Manchmal kommen einzelne noch mit dazu und manche fallen dann auch wieder aus.
00:40:24: aber so um den Dreh sonst genau...
00:40:26: Du hast gesagt, Pflanzen aus Südamerika.
00:40:29: Wo bekommt ihr die Samen her von den ganzen Pflanzen?
00:40:33: Wir stehen im internationalen Austausch mit sämtlichen botanischen Gärten auf der ganzen Welt.
00:40:39: Mein Gärtneteam sammelt auch jedes Jahr die Samenn von unseren Pflanzen.
00:40:44: Sobald das Saatgutreif ist wird es gesammelt und an Regentagen wird es dann aufgereinigt.
00:40:50: Und gegen Ende des Jahres schreibe ich einen Katalog.
00:40:54: Der wird dann ausgegeben an andere botanische Gärten.
00:40:58: Die können bei uns die Samen bestellen und genauso können wir bei anderen botanischen Gärtern gut bestellen.
00:41:05: Das sind immer sehr kleine Mengen, erst mal kommt da nur ein kleines Tütchen.
00:41:09: das heißt man kann davon jetzt nicht gleich ein ganzes Feld anbauen.
00:41:12: aber genau so entsteht eben diese Artenvielfalt in botanischem Gärte.
00:41:17: Also dann kann man so sagen, ich biete fünf Gramm dieser besonderen Tomatensorte und ich hätte gerne im Austausch dafür zwei Gramm von einer ganz speziellen Gurkensorte.
00:41:27: Oder geht es mit Geld?
00:41:28: Nee das geht tatsächlich nicht mit Geld.
00:41:30: Es ist eben ein unendgeldlicher Austauscht.
00:41:33: Das ist das Netzwerk.
00:41:34: Ganz wichtig ist immer wenn man das Saat gut verwendet in einer Forschungsarbeit dass man auch die Herkunft wieder nachweist.
00:41:41: Und es geht ja nicht nur um die Herkunft aus welchem Garten, sondern häufig ist der Ursprung des Saatguts auch aus der Natur.
00:41:48: Also die Naturherkunft ist da ganz wichtig an mit zu dokumentieren laufend.
00:41:54: Und hier sind Heilpflanzen und Giftpflanzen?
00:41:57: Wahrscheinlich ist die Grenze manchmal etwas schwammig oder?
00:42:01: Naja viele Leute meinen immer nur weil es natürlich ist und weil's aus pflanzlicher Herkünfte ist... gesund und ungefährlich, aber gerade in der Pflanzenkultur haben wir wirklich sehr viele auch extrem güftige Pflanzen.
00:42:18: Deswegen immer wichtig wenn man an botanischen Garten geht nicht einfach willkürlich etwas pflücken und essen.
00:42:24: Am besten wahrscheinlich gar nicht mal anfassen oder?
00:42:27: Ja oder zumindest danach dann die Hände waschen.
00:42:30: nur vom Anfassen passen ja kann auch was passieren.
00:42:32: es gibt auch welche die Hautreizungen hervorrufen vor dem her.
00:42:35: das ist wirklich mit Vorsicht Genießen oder eben nicht genießen.
00:42:40: Genau und jetzt hier im pharmazeutischen Bereich haben wir zum Beispiel auch digitales, also den Fingerhut kennen vielleicht manche auch das sehr giftig ist.
00:42:48: Oder auch der blaue Eisenhut ist glaube ich auch sehr bekannt als klassisches Tötungsmitteln im Kaffee.
00:42:55: Und habt ihr da irgendwelche Vorgaben?
00:42:57: Dass ihr die besonders bewachen müsst dass er mal jetzt nicht einfach rein marschieren kann und sich bedienen?
00:43:01: Nein, solche Vorgaben gibt es nicht.
00:43:03: Aber an den Touren zum Botanischen Garten steht eigentlich geschrieben, dass man nichts pflücken darf und obhängig davon darf man auch keine Samen pflicken übrigens und auch das man nichts essen darf.
00:43:14: leider lesen das nicht alle Besucher.
00:43:16: Aber es dient eigentlich vor allem auch dem Eigenschutz.
00:43:19: Zum Beispiel so Aarundstabgewächse, die haben ja wenn sie zur Fruchtreife kommen.
00:43:24: ganz tolle leuchtend rote Beeren aber da können wirklich ein zwei Bären tödlich sein also vor allem für Kinder.
00:43:32: deswegen an der Stelle mit der Hinweis auf alle die den Podcast hören lieber nichts probieren oder mindestens vorher eine Fachkraft fragen wenn's wirklich Interesse besteht.
00:43:43: Also viele verschiedene Aufgaben, die ihr hier habt.
00:43:47: Und was ist für dich das Besondere in deinem Arbeitsplatz?
00:43:50: Also tatsächlich glaube ich dass ich wahrscheinlich wirklich den schönsten Arbeitsplatz an der Uni Regensburg habe und vielleicht sogar in der ganzen Stadt.
00:43:58: Es ist einfach wunderbar für mich die Kombination aus dem Ganzen organisieren.
00:44:03: Das Managen zusammenarbeit mit den Gärtnern macht da wirklich sehr viel Spaß!
00:44:08: Ich denke sie haben... selber große Freude daran, weil wir einfach so eine Vielfalt haben an Pflanzen und unterschiedlichen Beten im Vergleich zu einer klassischen Produktionsgärtnerei.
00:44:19: Also es macht wirklich diese Vielfald aus und ich kann jeden Tag rausgehen.
00:44:23: Ich sehe zwar natürlich immer Arbeit was noch verbesserungswürdig ist aber gerade das macht eigentlich so viel Spaß dass man diesen Anpassungsspielraum auch hat.
00:44:32: die Arbeit zusammen mit den Jahreszeiten die Veränderungen täglich oder wenn man mal eine Woche nicht da ist, dann hat sich auch wieder so viel verändert.
00:44:42: Genau einfach das Arbeiten mit der Natur und mit den Jahreszeiten.
00:44:45: Das ist wirklich sehr schön!
00:44:54: Der botanische Garten hat noch ganz viele andere spannende Bereiche wo es zum Beispiel um gefährdete einheimische Pflanzen geht, um verschiedene Waldformen und vieles andere...und man kann haben Sie ja vorher schon gesagt, da auch wunderbar entspannen.
00:45:06: Der botanische Garten ist für alle offen also nicht nur für Uni-Mitglieder sondern für jeden und jede.
00:45:12: man kann den Botanischen Garten zu den Öffnungszeiten also jederzeit besuchen und Lena Knott und ihre Kolleginnen bieten auch immer wieder Führungen an.
00:45:19: Also wer sich da interessiert wir verlinken die Homepage auf jeden Fall hier in den Shownotes.
00:45:24: Jetzt haben wir ganz viel gesprochen über die medizinische Wirksamkeit von Pflanzen aber es gibt ja noch andere Aspekte als das medizinische.
00:45:33: Es geht ja zum Beispiel auch im Pharmaziestudium um den Ernährungsaspekt von Pflanzen oder die Wirkung von Pflanzen in Bezug auf die Ernährung, das ist ja gerade schon ein großer Trend.
00:45:46: Superfoods, Nahrungsergänzungsmittel und so.
00:45:48: wie stehen Sie denn dazu?
00:45:51: Also ich bin ja tatsächlich ein Fan von gesunder Ernährungen und ich glaube wenn wir uns ausreichend divers ernähren Dann sind diese Superfoods zwar Interessante, wollte ich gerade fast sagen Arzneimittel.
00:46:07: Aber sie sind ja keine Arzneimittel, sie sind Ja Lebensmittel Sie sind spannend schmecken oft gut.
00:46:15: aber ob sie unbedingt notwendig sind wenn Ich mich gut und gesund ernähre da würde ich zumindest ein kleines Fragezeichen dahinter machen.
00:46:24: Also sie meinen der wird schon auch viel reibach damit gemacht mit solchen Trend.
00:46:27: Ja, natürlich ist die kommerzielle Seite dort auch wichtig.
00:46:32: Und ich frage mich einfach ob es notwendig ist zu tun wenn ich gesunde Alternativen direkt greifbar habe und das anderweitig auch machen kann weil natürlich wird dafür ein spezieller Preis aufgerufen.
00:46:50: andere Ecke, die ein bisschen von den medizinischen Wirkstoffen von Pflanzen weggeht.
00:46:55: Sie haben es vorher schon mal ganz kurz erwähnt sind ätherische Öle.
00:46:58: auch da ist viel Geld im Spiel und vielleicht auch viele manche denken Zauberkraft und andere sagen nachgewiesene Wissenschaft.
00:47:06: sie haben kürzlich zu einer Veröffentlichung beigetragen zum Thema Ätherische öle.
00:47:11: Sagen Sie das ist Humboldt oder ist es wissenschaftlich spannend?
00:47:13: Ätherischer Öle sind wissenschaftliche extrem spannend.
00:47:17: erstens weil sie ganz unterschiedlich zusammengesetzt sind.
00:47:20: Also ein ätherisches Öl hört sich an wie ein Stoff, aber es ist in Wirklichkeit eine Mischung von mehreren hundert Substanzen.
00:47:31: und diese mehreren Hunderten Substanze haben auch natürlich unterschiedliche Geruchsnoten sie haben unterschiedliche Eigenschaften die haben unterschiedlich wirkung und entsprechende ganz große Vielfältigkeit.
00:47:44: ja
00:47:45: Inwiefern haben Sie sich damit beschäftigt?
00:47:47: Sie wurden gefragt, ob Sie da was beitragen können zu diesem Buch über ätherische Öle.
00:47:50: oder was war denn da Ihr Part.
00:47:52: Ja mein Part war tatsächlich die Frage zu bewerten oder zusammenzufassen welche Methoden es gibt diese komplexen Mischungen tatsächlich zu kontrollieren von ihrer Qualität und von Ihrer Zusammensetzung weil genau wie sie sagen Es wird vielfach verwendet in der Kosmetik wenn sie dort schauen, was manchmal für hochwertige Parfons entstehen und welche Preise dort aufgerufen werden.
00:48:22: Sie können sich vorstellen dass die Stoffe, die dafür benötigt wird nur das herzustellen natürlich nochmal Hochpreisiger sind.
00:48:30: Und da kommen dann auch andere Menschen in Versuchung Stoffen dort hinein zu tun, die da nicht hineingehören.
00:48:37: Das muss man sicherstellen, dass das nicht stattfindet.
00:48:42: Das Originalprodukt in hoher Qualität sei es für kosmetikal, aromatherapie oder ein pflanzliches Arzneimittel auf den Markt und an den Verbraucher kommt.
00:48:55: Also haben Sie nach diesem Aufsatz irgendwie Lust da auch weiter zu forschen?
00:49:00: Ist das ein Thema des Spendens für Sie?
00:49:01: Ja, das ist voll spannend.
00:49:03: Gerade auch mit Kindern und Jugendlichen gerade in dem Bereich Kosmetika.
00:49:08: also die jungen Leute legen ja zum Teil ganz viel Wert auf gutes Aussehen Geruch und sowas.
00:49:14: klar wird man da schon als Vater dann damit konfrontiert.
00:49:18: Und es ist auch schön tatsächlich zu wissen wenn ein Kind da einen Parfum hat dass aus Orangenblüten Öl besteht oder als Inhaltsstoff hat, dass man dann sagen kann ja hey das verhält sich damit so und so.
00:49:32: Das kommt von der Pflanze, das ist ganz schwierig zu gewinnen.
00:49:36: Es hat eine hohe Wertigkeit und ja das macht Spaß!
00:49:39: Sie
00:49:40: kommen also auch als langjährige Forscher immer wieder in neue Bereiche wo sie sagen da würde es Spaß machen weiterzuforschen.
00:49:47: Welche Frage in ihrem Fachgebiet würden sie denn gerne noch beantwortet sehen?
00:49:52: Oder beantwortete erleben?
00:49:53: gibt's da was?
00:49:55: Tatsächlich würde ich gerne wieder selber anfangen zu reisen.
00:50:04: Klar, wenn man Familie hat dann muss man da auch die Verantwortung mit übernehmen und dann mit den Doktoranden zwei drei Monate irgendwo hinzufahren um Menschen Kultur kennenzulernen.
00:50:16: das geht dann einfach nicht.
00:50:17: also dann begleitet man sie sozusagen als Schreibtischtäter so gut wie es geht.
00:50:23: Aber das ist nicht das Gleiche wie selber dahin zu gehen.
00:50:26: Und wenn die Kinder groß werden, dann würde ich gerne wieder anfangen zu reisen und mehr wieder kulturelle naturwissenschaftlich gemischte Fragestellungen in Angriff zu nehmen.
00:50:39: Haben Sie da so ein Traumziel vor Augen?
00:50:41: Für mich selbst ohne Pflanzen ja!
00:50:45: Da würde ich gern in die Rocky Mountains gehen.
00:50:49: Da gibt es ja auch Züge, die durch den Rocky Mountains fahren und da würde ich mich gerne mal in so einen Luxuszug hineinsetzen und dann tatsächlich einfach mal ein paar Tage komplett durch die Rockies fahren.
00:51:01: das ist so ein persönlicher Traum von mir und dann würde ich auch gerne meine ehemaligen Doktoranden wieder besuchen gehen.
00:51:11: Die stammen aus verschiedenen Teilen der Welt Und da konnte man den Kontakt leider nicht so halten.
00:51:16: Das würde ich auch gerne wieder machen.
00:51:18: und als Forschungstraum im Labor, wenn es darum geht, da würde ich tatsächlich gerne noch ein bisschen stärker in die Frage einsteigen.
00:51:33: Warum ist das so?
00:51:35: Dass manchmal ein Gemisch von Stoffen besser wirksam ist als ein Stoff selber?
00:51:43: Dafür sind die Mechanismen und Hintergründe überhaupt noch nicht klar.
00:51:48: Man sagt dann immer ja, die verschiedenen Stoffe greifen an verschiedene Stellen im Körper an und diese gemeinsame Wirkung ist dann besser als von einer Einzelsubstanz.
00:52:00: aber das ist mir noch ein bisschen schwammig.
00:52:02: da würde ich gerne mehr in die Zelle nochmal hinein gucken
00:52:07: Konkrete und vielleicht noch etwas fernere Wünsche.
00:52:11: Und gibt's nach all den Jahren der Vorstellung irgendwas in der Natur, was sie immer noch staunen lässt?
00:52:16: Tatsächlich jeden Tag immer wieder etwas Neues.
00:52:20: Weil wir werden immer etwas zum Staunen entdecken wenn wir uns die Zeit dafür nehmen es zu beobachten.
00:52:28: Also ich habe das Gefühl dass wir manchmal zu eilig sind Dass wir manchmal über Dinge die staunswert sind Einfach hinweggucken, dass wir Dinge die einfach wirklich phänomenal sind als selbstverständlich klassifizieren.
00:52:47: Weil sie einfach da sind.
00:52:49: und ich glaube es liegt da tatsächlich an jedem einzelnen sich selber staunen zu lassen oder sich selber fangen zu lassen Oder faszinierend zu lassen wenn Ich mir eben die zeit dafür nehme etwas auch zu beobachten.
00:53:02: sehr schön
00:53:04: Ganz, ganz herzlichen Dank, dass Sie uns in die Welt der Pflanzen und der pharmazeutischen Biologie und der Wunder mitgenommen haben.
00:53:12: Danke, dass sie hier waren!
00:53:12: Ja vielen dank.
00:53:13: das hat mega Spaß gemacht
00:53:15: Das freut mich.
00:53:16: Habt ihr noch Fragen an Herrn Heilmann?
00:53:18: Jetzt ist eure Gelegenheit.
00:53:20: Kommentiert diese Folge doch einfach oder schreibt uns eine Mail an contactaturde.
00:53:25: Wir antworten euch auf jeden Fall Und wir sind natürlich auch immer offen für alle Anregungen und euer Feedback zu dieser Folge oder zum Gasteurer allgemein.
00:53:34: Wenn ihr unseren Podcast mögt, dann abonniert den Gasthörer doch am besten gleich und lasst uns gerne ein paar Sterne da.
00:53:39: Dann finden wir uns in Zukunft noch mehr Leute die neugierig sind auf unsere Welt!
00:53:43: Und empfehlt uns natürlich auch gerne weiter – Mund-zu-Mund-Propaganda ist für uns das allerbeste.
00:53:48: Vielen Dank dafür und dass Ihr heute wieder mit dabei wart!
00:53:52: Wir hören uns Ende Juli wieder.
00:53:53: Dann geht's wieder mal in eine ganz andere Richtung, nämlich in die Kunst!
00:53:57: Ich freue mich schon drauf und ich hoffe wir hören uns dann wieder.
00:54:00: Mein Name ist Katharina Herkoma und ich sage tschüss und bis bald.
00:54:03: liebe Gastehrerinnen und
00:54:05: Gastehörer.
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